Skip to main content

Gott auf erhebende Art gehuldigt

Haller Tagblatt
Autor: Renate Väisänen , 27.10.2016
Gott auf erhebende Art gehuldigt
Öhringen:Der Hohenloher Kammerchor, Orchester und Solisten beeindrucken in Öhringen mit zwei Werken von Mendelssohn.
Eine glänzende Aufführung des Hymnus’ „Hör’ mein Bitten“ und der Sinfoniekantate„Lobgesang“ von Felix Mendelssohn boten am Sonntag der Hohenloher Kammerchor, das Orchester Camerata viva Tübingen und die Vokalsolisten Fanie Antonelou, Susanne Leitz-Lorey (beide Sopran) und Andreas Weller (Tenor) in der Öhringer Stiftskirche. Die musikalische Leitung hatte Johanna Irmscher.
Stimmen greifen ineinander
Die Darbietung beeindruckte durch ein wunderbares Ineinandergreifen der Ensembles. In sinfonischer Farbenpracht huldigte die Camerata viva Tübingen dem Höchsten und bereitete in beiden Werken den menschlichen Stimmen einen Klangteppich, auf dem diese virtuos wandeln konnten. Allen voran Fanie Antonelou, deren schlanker, dunkel timbrierter und exzellent geführter Sopran zusammen mit Chor, Duettpartnerin Susanne Leitz-Lorey und
Orchester wahrhaften Kunstgenuss bot. Und dann war da noch der charakterreiche, noble Tenor von Andreas Weller, der die Vision der Finsternis mit verhaltener Dramatik ausmalte.
Der agile, stets präsente, präzise intonierende Hohenloher Kammerchor aus Schwäbisch Hall blieb akustisch etwas hinter dem Orchester zurück. Was den Musikgenuss unter dem stilvollen Dirigat von Johanna Irmscher jedoch kaum schmälerte.
Als Opus für Sopran, Chor und Orgel hat Felix Mendelssohn 1844 seinen Hymnus „Hör’ mein Bitten“ komponiert, 1848 kam die orchestrierte Fassung zur Uraufführung. Das innige Flehen des Solo-Soprans „Hör mein Bitten, Herr, neige dich zu mir“ bestärkt der Chor, um dann auf dramatische Weise die Bedrohung durch Feinde klanglich düster auszumalen. Das ätherisch anmutende „O, könnt ich fliegen wie Tauben dahin, weit hinweg von den Feinden zu fliehn“ bringt himmelsgleiche Harmonie.
Der Aufbau der Werke
Die Sinfoniekantate „Lobgesang“ op. 52 gliedert sich in einen dreisätzigen rein orchestralen und einen oratorienähnlichen Teil, dem ein Bibeltext zugrunde liegt. Der Komponist wollte, dass zuerst die Instrumentenstimmen den Lobpreis ausdrücken. Er schuf hierfür eine prachtvolle Orchestrierung. In der Kantate lässt Mendelssohn die Menschenstimmen in allen Formen loben: in Chören, Duetten und Arien. Im sechsten Teil schafft er eine Vision der
Finsternis. „Die Nacht ist vergangen!“ verkünden darauf Solo-Sopran und Chor.


Info Die Sänger und Sängerinnen des Hohenloher Kammerchors kommen aus Schwäbisch Hall, Gaildorf, Kirchberg und anderen Orten in Hohenlohe.
Alle Rechte vorbehalten Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung Copyright by
SÜDWEST PRESSE Online-Dienste GmbH - Frauenstrasse 77 - 89073 Ulm