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Presseberichte der letzten Aufführungen

adventliches Chorkonzert in der Stadtkirche in Kirchberg/J

Begeisterte seine Zuhörer in Kirchberg: der Hohenloher Kammerchor Foto: HKC

Kirchberg

Hohenloher Kammerchor: Stimmen greifen wunderbar ineinander

Während des Weihnachtsmarktes im ehemaligen Residenzstädtchen begeisterte der Hohenloher Kammerchor mit einem Adventskonzert in der Stadtkirche. Werke von Johann Walter bis zu Hugo Distler waren zu hören.

RALF SNURAWA | 09.12.2015

Während des Weihnachtsmarktes im ehemaligen Residenzstädtchen begeisterte der Hohenloher Kammerchor mit einem Adventskonzert in der Stadtkirche. Werke von Johann Walter bis zu Hugo Distler waren zu hören. Zwischen Renaissance und gemäßigter Moderne bewegten sich die Werke, die das Ensemble unter der Leitung von Johanna Irmscher intonierte.

Vielstimmig für sechs- bis achtstimmigen Chor wurde mit zwei Stücken von Andreas Hammerschmidt, einem Barockkomponisten, das Konzert eröffnet. Kraftvoll zur Tat aufrufend erklang zunächst "Machet die Tore weit". Dem wurde der "Hosianna"-Abschnitt weich wogend gegenübergestellt. Als wunderbares Ineinandergreifen der Stimmen erwies sich danach "Also hat Gott die Welt geliebet". Fast tänzelnd im Dreiertakt war der "das ewige Leben"-Abschnitt zu hören. Dynamisch zurückhaltend standen den Hammerschmidt-Stücken Johann Walters "In dulci jubilo", hell und sanft wiegend gesungen, und das fünfstimmige "Hosianna, dem Sohne Davids" eines unbekannten Meisters gegenüber. Letzteres wurde zurückhaltend interpretiert.

Dazwischen brachte der Hohenloher Kammerchor vor allem Werke der Romantik zu Gehör. Max Regers sechsstimmiges "Unser lieben Frauen" erwies sich als eindringliche Bitte. Zu Johannes Brahms' Motette "O Heiland reiß die Himmel auf" gelang zu Beginn ein wunderbares Auffächern des Chorklangs, gefolgt von textbezogenen Variationen des Chorals: mit härteren Akzentsetzungen zu "Oh Erd", schlag aus" oder weich-sanftem Klangfließen zu "Hier leiden wir die größte Not" mit schön betonten Seufzerfiguren. Klar nachvollziehbare imitatorische Einsätze wie zu Beginn brachte die letzte Strophe "Da wollen wir all' danken dir". Ebenso transparent waren die beiden "Sprüche für achtstimmigen Chor" Felix Mendelssohns zu vernehmen: "Lasset uns frohlocken" und "Frohlocket ihr Völker auf Erden". Besonders das zweite Stück funkelte in hellem, festlichem Klang.

Eher zart getönt gaben die Chorsänger Hugo Distlers "Ich brach drei dürre Reiselein" wieder. Als innige Wendung wirkte die a cappella gesungene zweite Strophe von "Macht hoch die Tür". Die Strophe davor und danach wurde vom Publikum genauso wie später "Nun komm, der Heiden Heiland" mit Orgelbegleitung vorgetragen.

Der junge Organist Markus Piringer stellte zwischen den Chorwerken durch sein Orgelspiel Bezüge oder auch Kontraste her. Dramatisch im Ausdruck und spannungsreich erschien nach den Hammerschmidt-Stücken Johann Sebastian Bachs g-Moll-Fantasie BWV 542, als ruhiger Klangbogen Max Regers "Mit Ernst, o Menschenkinder" op. 67 Nr. 44 nach der Brahms-Motette.

Als Vorspiel zum Gemeindegesang wurde Bachs "Nun komm, der Heiden Heiland" BWV 659, ruhig schreitend, dunkel getönt und sehr gesanglich gehalten, gestaltet. Vor allem das Entgegenstellen vom in sich kreisenden, von Piringer gleichmäßig ruhig gespielten "Pari intervallo" von Arvo Pärt zu Johann Crügers "Fröhlich soll mein Herze springen", vom Chor mit insistierendem Ton gesungen, wurde zu einem besonderen Erlebnis in der Kirchberger Kirche.

RALF SNURAWA | 09.12.2015

 

"Klangimpressionen" in der Stiftskirche Großcomburg, Schwäbisch Hall

Schwäbisch Hall
Ein Bad in sanften Chorklängen
Skandinavische Chorwerke, das gängige klassisch-romantische Repertoire und
Instrumentalwerke - der Hohenloher Kammerchor bietet auf der Comburg gut 250 Besuchern ein abwechslungsreiches Konzert


RAINER ELLINGER | 16.07.2015
Komponistennamen wie Jan Sandström, Johan Hye-Knudsen, Per Norgard, Hugo Alfvén, Waldemar Ahlén, Edvard Grieg, alles Skandinavier aus spätromantischer bis modernerer Zeit, legen den Gedanken nahe, man wolle mit kühlem skandinavischem Wesen einen Kontrapunkt zu den derzeitigen Tagestemperaturen schaffen. Doch hat der Hohenloher Kammerchor unter
der Leitung von Professor Johanna Irmscher mit Bach, Beethoven und Bruckner den Schwerpunkt doch knapp in gewohnterem Repertoire.
Im Untertitel des Programmes steht das Wort "Klangimpressionen". In der Tat, ein Großteil der aufgeführten Werke bietet musikalische Momente, recht kurz und ohne umfangreiche Architektur. Strukturen finden sich eher bei einigen Duetten, die Cecilia Francesconi (Flöte) und Sibylle Hauk (Cello) als instrumentale Zwischenspiele in den Reigen der Chorstücke einbringen. Da
wären Auszüge aus einem Duett F-Dur von Beethoven. Das "Allegro affettuoso" ist ein Duett mit eigenmelodischen Einzelstimmen, das Cello singt in baritonaler Tiefe seinen ureigenen Gesang. Beide Instrumentalisten spielen sehr expressiv. Melodische Getragenheit und verklärte Heiterkeit beherrschen die Sätze "Aria" und "Rondo". Bei Bachs "Allegro" besticht die weichklingende, dennoch artikulatorisch deutliche Flötenstimme. Expressiv elegisch, im Mittelteil fast tänzerisch flott zeigt sich das melodische "Chanson" von Johan Hye-Knudsen.
Der mitgliederstarke Kammerchor singt äußerst klangdifferenziert und mit großer dynamischer Gestaltung. Das Pianissimo der Männerstimmen scheint unübertreffbar. Freilich dürfte da der große, barock ausgestaltete Kirchenraum einen Beitrag leisten. Der Klang wirkt weicher und sanfter als gewohnt, fast wie in Watte gepackt. Die extreme Stimmentfaltung der
Chorsoprane in der Höhe ist nie in Gefahr, zu aufdringlich zu werden.
Wie bereits gesagt, viele der Chorbeiträge sind eher Klangimpressionen und sie wirken dadurch vielleicht noch ausdrücklicher. Trotz ihrer Kürze sind die Klangbilder "Os iusti", "Locus iste" und "Christus factus est" von enormer innerer Bewegung und Dynamik. Vom leisesten Pianissimo bis zum strahlenden Forte leistet der Chor hier Hervorragendes. Bei
"Unser Vater in dem Himmel" des in Sachsen beheimateten Bach-Schülers Gottfried August Homilius fällt beim Text "denn dein ist das Reich" ein kraftvoll gestaltetes Fugato auf. Das "Cantate Domino" des erst neunundzwanzigjährigen Kroaten Bruno Vlahek wirkt sehr
klassisch in der harmonischen Anlage; Edvard Griegs "Ave maris stella" ebenfalls, Griegtypische Skandinavismen der Harmonik fallen keine auf.
Reizklänge modernerer Art - maßvoll gehandhabt - spielen bei Frederik Sixtens "Alleluja" eine gewisse Rolle. Jan Sandströms umfangreicheres "Sanctus" wird in mehrchöriger Aufstellung im Kirchenraum zelebriert. Solistisch führt die Flöte in die emotionale Melodik und die Tonalität ein, die beiden Chöre wiederholen oder beantworten in responsorialer Manier. Die Modernität des Stückes liegt mehr in der melodischen Linienführung als im sanft dissonierenden Zusammenklang.
Inmitten eher klangimpressionistischer Werke wirkt der "Sommarpsalm" Waldemar Ahléns ob seiner Anlage als Strophenlied auffallend. Altkirchlich anmutende Harmoniewendungen kolorieren das verhalten hymnische "Du skal plante et trae" von Per Norgard. Energischer im Taktgefüge ist Hugo Alfvéns recht melodisches "Uti var hage", das das Konzert beschließt.
RAINER ELLINGER | 16.07.2015

 

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Geistliches Chorkonzert in der Stadtkirche Murrhardt am 8. Febr. 2015

Entführte auf eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte: Der Hohenloher Kammerchor. Fotos: E. Klaper Die Musikerinnen: Cecilia Francesconi (Querflöte) und Sibylle Hauk (Violoncello)

A-cappella-Werke und Kammermusik-Kleinodien

Hohenloher Kammerchor und Musikerinnen-Duo boten facettenreiches Programm bei geistlicher Abendmusik in der Stadtkirche

Eine musikalische Reise durch die Jahrhunderte mit klangfarbenreichen A-cappella-Chorwerken und bezaubernden Kammermusik-Kompositionen erlebten die vielen Zuhörer bei der geistlichen Abendmusik mit dem Hohenloher Kammerchor sowie Cecilia Francesconi (Querflöte) und Sibylle Hauk (Violoncello) in der Stadtkirche.

 

http://www.murrhardter-zeitung.de/imageView/?n=834959

MURRHARDT (eke). Der vielstimmige Chor bildete unter der Leitung von Johanna Irmscher einen harmonisch-homogenen Klangkörper. Alle Sänger wirkten sehr engagiert mit und beeindruckten mit durchweg überzeugenden, stimmungsvollen Interpretationen der Werke aus verschiedenen Epochen. Schwungvoll boten sie die festliche Motette „Nun danket alle Gott“ des vorbarocken Komponisten Johann Hermann Schein (1586 bis 1630) dar. Bei dem jubelnden Lobgesang mit kunstvoll ineinander verflochtener Stimmführung brachten die Sängerinnen die ungewöhnlich hohen Töne klangschön zum Ausdruck.

Ein Höhepunkt war das vielschichtige „Credo“ aus der doppelchörigen Messe von Frank Martin (1890 bis 1974). Darin verwob der Schweizer Tondichter virtuos traditionelle Elemente aus verschiedenen Epochen der Kirchenmusik mit modernen musikalischen Ideen zu einem vielschichtigen monumentalen Klangkunstwerk. Aus romantisch wirkenden Klangbildern stieg bei der Textstelle über die Auferstehung Jesu Christi eine jubilierende Melodie auf.

Ein Hörgenuss war auch die andächtige Motette „Ubi caritas et amor“ von Maurice Duruflé (1902 bis 1986). Aus dem gregorianischen Choral, spätromantischen und impressionistischen Stilelementen entwickelte der französische Komponist eine vielschichtige Harmonik. Die Chorsänger trugen das Werk in zwei Gruppen an den Seiten der Kirchenschiffmitte vor und versetzten so den ganzen Kirchenraum in Schwingung.

Vollendet gestaltete der Chor zwei romantische Werke von erhabener Schönheit: Die bekannte feierliche „Hymne“ von Joseph Rheinberger (1839 bis 1901) und das Abendlied „Bleibe, Abend will es werden“ von Albert Becker (1834 bis 1899) mit ausgeschmückten Melodiebögen und herrlichen Harmonien. Das Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen aus dem Matthäusevangelium inszenierte Ernst Pepping (1901 bis 1981) im modernen Stil dramaturgisch effektvoll als Motette mit Sprechgesang und imposanten chorischen Passagen.

Viel Vergnügen machten den Zuhörern kammermusikalische Kostbarkeiten aus Barock, Klassik und dem 20. Jahrhundert zwischen den Chorwerken. Virtuos und mit Einfühlungsvermögen interpretierten die aus Argentinien stammende Cecilia Francesconi (Querflöte) und die in Schwäbisch Hall tätige Sibylle Hauk (Violoncello) zwei Inventionen in G und F von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Beide Werke strahlten Lebensfreude aus. Der berühmte Meister kreierte sie als verspielten, filigranen Dialog der Instrumente und als Fuge mit reizvoller Melodik und Vielfalt der Motive. Höfisch graziös wirkte das klassische Duo Opus 64 von Franz Danzl (1763 bis 1826) mit volksliedartiger Melodik, tänzerisch beschwingter Rhythmik und einem eingängigen Thema mit Variationen, wobei sich Querflöte und Violoncello in der Melodieführung abwechselten. Eine spannende Klangfantasie, inspiriert von der Geräuschkulisse der modernen Welt voller Technik und Maschinen war „Assobio a Játo“, Geräusche beim Start eines Flugzeugs.

Der brasilianische Komponist Heitor Villa-Lobos (1887 bis 1959) schrieb das dreisätzige Werk 1950 in New York. Im ersten Satz erklang eine von Vogelstimmen und Folklore inspirierte Melodie im Walzerrhythmus. Der zweite Satz stellte ein verträumtes Wiegenlied dar, und im dritten Satz imitierte die Querflöte in einer hochvirtuosen Partie die Startgeräusche eines Düsenjets, kontrastiert durch expressive Violoncelloklänge, die mal aggressiv, mal schwermütig anmuteten. Chorsänger und Musikerinnen begeisterten gleichermaßen die Zuhörer, die allen Mitwirkenden mit starkem Beifall für die Darbietungen dankten.

 

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Stunde der Kirchenmusik am 7. Febr. 2015 in St. Michael

Schwäbisch Hall
Innige Chorgebete
Ein ausdrucksvolles und sehr stimmiges Chorkonzert erleben die Konzertbesucher am Samstagabend in St. Michael in Hall. Der Hohenloher Kammerchor singt unter der Leitung von Johanna Irmscher.

Mitglieder des Hohenloher Kammerchors singen konzentriert. In der Haller Michaelskirche bieten sie ausdrucksstarke geistliche Chormusik aus Musikepochen von Alter Musik bis in die Moderne dar.
Das vielstimmige Ineinandergreifen der Stimmen in Heinrich Schütz' Motette "Nu danket alle Gott" fesselt die Zuhörer gleich zu Beginn des Chorkonzerts. Das sechsstimmige Werk erklingt hervorragend abgestimmt. Der Chorklang erscheint dadurch ausgesprochen klar.
Weich getönt und sanft, ja, innig wirkt danach Maurice Duruflés Motette "Ubi caritas et amor". Das "exsultemus" des zweiten Teils geht nur etwas in der Lautstärke darüber hinaus, so dass das Chorwerk sehr verinnerlicht wirkt. Dazu erscheint Ernst Peppings kurze Motette "Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen" eher erregt im Ausdruck und nachdrücklich
betonend.
Das "Credo" aus der doppelchörigen Messe a cappella von Frank Martin bringt wieder zurückgenommeneres Intonieren, das bis zu beinahe solistischen Kammermusikmomenten reicht. Nach dem schön ausgehauchten "passus et sepultus est" folgt zum "et resurrexit" ein wundervoll lebhaft pulsierender Abschnitt, der zu leichten Klangsteigerungen führt.
Besonders eindrucksvoll gelingt den Chorsängern am Ende Albert Beckers Motette "Bleibe, Abend will es werden". Dazu gehörte etwa das Aufgehen ins Mehrstimmige zum Wort "Tag" in der ersten Strophe, genauso wie die verzweifelten "Wer"-Ausrufe in der zweiten und die "Ach"-Seufzer in der dritten Strophe oder das abgesetzt wiederholte "himmelwärts". Am Ende
neigt sich das Chorstück wieder der Ruhe des Anfangs zu.
Zwischen den geistlichen Chorgesängen fügen Cecilia Francesconi und Sibylle Hauk Duos für Flöte und Violoncello als Kontrapunkte ein. Die G-Dur-Invention von Johann Sebastian Bach wirkt nach dem Eingangsgesang von Heinrich Schütz heiter federnd und als kleine Befreiung von vielstimmiger Klangsymbolik.
Ähnlich erscheint das Duo op. 64 von Franz Danzi. Schöne Celloläufe treffen im Variationssatz auf Staccato-Folgen der Flöte. Beide Instrumente sind wunderbar kantabel zu hören, besonders im traurigen Ton der Mollvariation.
Mit Witz gehen die beiden Instrumentalistinnen schließlich Heitor Villa-Lobos' "Assabio a játo", also das Jet-Pfeifen an, das der Komponist im dritten Satz musikalisch ausgedeutet hat.
Vorausgegangen sind ein tänzelnder Eingangssatz, gefolgt von ausdrucksvollem Duettieren im Adagio-Mittelsatz. Kraftvoll expressiv bis hin zur Klangschärfe, aber auch durch schwebendes Melodieren bestimmt ist dann die Jet-Imitation zu hören. Dafür und vor allem auch für die Chordarbietungen gab es am Ende herzlichen Beifall von den etwa 300
Besuchern der "Stunde der Kirchenmusik".
RALF SNURAWA | 10.02.2015

 

 

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Der Hohenloher Kammerchor singt engagiert Haydns Oratorium "Die Schöpfung". In der Crailsheimer Johanneskirche wird er begleitet vom Barockorchester La Banda aus Augsburg, das auf Instrumenten historischer Bauart spielt.

Crailsheim

In Haydns Klangkosmos zu Hause

Das Publikum in der Crailsheimer Johanneskirche geizt nicht mit Applaus. Die Aufführung von Haydns "Die Schöpfung" durch den Hohenloher Kammerchor und das Barockorchester La Banda begeistert.
RALF SNURAWA | 22.10.2013
Inzwischen gehören Konzerte in historischer Aufführungspraxis zum Alltag. Noch immer faszinieren der Klang alter Instrumente genauso wie die stark am menschlichen Atmen und Puls orientierte Wiedergabe. Ungewöhnlich ist ein Konzert mit Barockorchester für den Hohenloher Kammerchor aber schon. Es kommt den Sängern entgegen. Denn die etwas kleinere Orchesterbesetzung unterstützt den Gesangspart viel besser. Dadurch können komplexere Passagen wie die Fuge "Alles lobe seinen Namen" am Ende des zweiten Oratorienteils besonders klar wirken. Und bei allem majestätischen Lobpreisen leidet auch nicht die Textverständlichkeit. Dirigentin Johanna Irmscher achtet darauf, dass ein homogener Chorklang bestimmend ist und konzentriert musiziert wird. So wird etwa das "Dich beten Erd und Himmel an" am Schluss des Duetts mit Chor "Von deiner Güt, o Herr und Gott" wunderbar spannungsvoll gesteigert. Das Terzett der Vokalsolisten harmoniert bis hin zum - auch mit Blick auf den Bläsersatz - abgerundeten Zusammenklang bei "Zu dir, o Herr, blickt alles auf". Im Zusammenwirken mit dem Chor gelingt stimmlich ausgewogenes Singen, beispielsweise bei "Der Herr ist groß in seiner Macht". Und natürlich nehmen die Arien gefangen. Thomas Scharrs Bass zeigt eine baritonale Ausrichtung. Das kommt seiner ersten Arie, "Rollend in schäumenden Wellen" ebenso zugute wie den Adam-und-Eva-Duetten mit Sopranistin Angelika Lenter. Es bringt ihn aber in der Tiefe bei "der Tiere Last" in seiner zweiten Arie an seine Grenzen. Strahlend klingt Andreas Wellers Tenor. Das zeigt schon sich schon in der Höhe zu "der erste Tag entstand" in seiner ersten Arie. Das unterstreicht er in auch weich und sanft getönten Melodiebögen zu "Mit Würd und Hoheit angetan". Angelika Lenter legt ihren Sopran in der Arie "Mit Staunen seht das Wunderwerk" sehr schön über den Chorklang. Mit Esprit geht sie ihren Solopart an. Fast noch sanfter hätte man sich ihre Tongebung zur Arie "Nun beut die Flur das frische Grün" vorstellen können, allerdings kaum anmutiger. In der Arie "Auf starkem Fittiche" mit den trillerartigen Verzierungen zu "und Liebe girrt das zarte Taubenpaar" zeigt sich die klangliche Besonderheit der alten Instrumente. Selten wird man die Kombination von Flöten und Hörnern als geglückter empfinden als mit Traversflöten und Naturhörnern. Die Traversflöte ist gegenüber der heutigen Querflöte auch ein viel weicher getöntes Instrument und damit besser für die "süße Kehle" der Nachtigall geeignet. Das beweist das zweite hinsichtlich Klangsymbolik anschauliche Stück, das Rezitativ des Raphael "Und Gott sprach". Das barocke Kontrafagott darf zum Löwengebrüll besonders kräftig in der Tiefe schnarren. Das "sanfte Schaf" wird von Traversflöten pastoral eingelullt und das "Heer der Insekten" schwirrt besonders fein durch die Darmsaiten der Streicher.

 

Hohenloher Kammerchor - Zuletzt aktualisiert am 14.12.2015